Vor der Sommerpause reichte die SPD-Regionalfraktion des Verbands Region Stuttgart einen
Antrag in der Regionalversammlung ein, der den Erhalt des Kulturguts Weinbau insbesondere
in den landschaftsprägenden Steillagen sichern soll.
„Weinbau in den Steillagen unserer Flusstäler ist ein besonderes Kulturgut der Region
Stuttgart, das aktuell einen drastischen Schwund erlebt.“, so Regionalrätin und
Planungssprecherin der Fraktion, Andrea Schwarz. Es sei immer herausfordernder, Steillagen
wirtschaftlich zu betreiben, zumal der entstehende Flickenteppich aus bewirtschafteten,
aufgegebenen, verwahrlosten und bereits gerodeten Flächen eine profitable Bewirtschaftung
der Weinberge enorm erschwert, z.B. durch starken Pilzdruck und Vogelfraß aus
verwahrlosten Flächen, die Pflege von Weinbergstäffele oder die Neuanlage von
Bewässerungseinrichtungen.
Als Folge davon schrumpften Rebflächen in Baden-Württemberg allein 2025 um 4,4% –
historisch niedrig. Dabei sind die Weinberge eines der prägenden Landschaftsmerkmale der
Region Stuttgart.
Die SPD-Regionalfraktion will die Wengerter rasch unterstützen und hat daher einen Antrag
auf Erarbeitung eines „Masterplans Steillagen“ gestellt. Dieser Masterplan soll zunächst
gemeinsam mit Kommunen, Landratsämtern und Winzern weinbauliche Kernzonen definieren.
Ziel ist es, den oben beschriebenen Flickenteppich zu harmonisieren, um die Wirtschaftlichkeit
von Weinbergen zu verbessern und starke, zukunftsfeste Weinlagen zu schaffen.
Dazu sollen in diese Kernzonen gezielt Fördergelder, Ökokontomaßnahmen u.ä. gelenkt
werden. Zur Verwirklichung von einzelnen Projekten aus dem Masterplan kann auch der
Wettbewerb Landschaftspark dienen, der in den vergangenen Jahren mit jährlich 1,5 Mio. €
ausgestattet wurde.
„Wir sind uns im Klaren, dass die Ausweisung von Kernzonen und eine Harmonisierung der
Weinbauflächen für die Winzer sehr emotional sein kann. Ein Weinberg, der über viele
Jahrzehnte bewirtschaftet wurde, müsste aufgegeben und an anderer Stelle neu begonnen
werden. Deshalb soll mit dem Projekt die Kommunikation durch einen Steillagenkümmerer an
der Schnittstelle zwischen Winzern, Landratsämtern und Verband Region Stuttgart von Anfang
an mitgedacht werden.“
Entsprechende Gelder bereitzustellen sei dringend nötig: „Der Masterplan Steillagen hat das
Potential, durch gezielt eingesetzte Mittel den Weinbau fit für die Zukunft zu machen.“, sagt
auch der Fraktionsvorsitzende Thomas Leipnitz.
Auch die Landratsämter der Region möchte die SPD-Fraktion einbeziehen: oft liegen die
Steillagen – aus gutem Grund – in Landschaftsschutzgebieten. Diese haben in der
Vergangenheit oft den Bau von touristisch nutzbaren Bauten wie z.B. Ausschankhütten oder
Aussichtsterrassen erschwert. „Wir begrüßen die Anstrengungen z.B. im Landkreis
Ludwigsburg durch ein Maßnahmenpapier Steillagen, durch klare Vorgaben Ausnahmen von
den strengen Regeln der Landschaftsschutzgebiete zu ermöglichen.“
Jede Hilfestellung ist willkommen. Es geht nun darum schnell ins Handeln zu kommen, um
unser Kulturgut Weinbau mit seinen prägenden Steillagen zu retten.